Wissenschaftliches Schreiben ist gefragt während des Studiums. Seminararbeiten, Hausarbeiten und vor allem das Verfassen von Studienabschlussarbeiten erfordern von dir einiges an Schreibkompetenz. Wissenschaftliches Schreiben will jedoch gelernt sein, da du formale Vorgaben und Richtlinien beim Schreibprozess berücksichtigen und anwenden sollst. Dabei gilt es, stets einen angemessenen Ton zu treffen und deine Argumentation schlüssig und nachvollziehbar zu präsentieren. Angestrebt wird ein lesenswerter Text, der wissenschaftlichen Anforderungen gerecht wird und dennoch deine eigenständige Leistung zum Ausdruck bringt. Angesichts von solchen Vorgaben und Ansprüchen an wissenschaftlichen Texten, kann es schnell zu Schreibhemmungen kommen, besonders wenn dir die Übung noch fehlt, deine eigene Erwartungshaltung zu selbstkritisch ist oder du gleich ausgereifte Ergebnisse erwartest. Ein Schreibjournal oder wissenschaftliches Journal kann dich beim Studium begleiten und dich dabei unterstützen, die erforderlichen Schreibfertigkeiten schon frühzeitig zu trainieren. Denn die wesentlichen Aspekte von einem guten Sprachstil gelten auch für das Schreiben im Studium. Solides Schreibhandwerk und die Anwendung von wissenschaftlichen Grundlagen bilden lediglich die Rahmenbedingungen. Deine Texte werden erst durch dein Einfallsreichtum und deinen Schreibstil lebendig und lesenswert.

Dein Schreibjournal als Studium Begleiter – Formen und Funktionen

Dein Schreibjournal vereint mehrere Funktionen, es ist zugleich Notizbuch, Übungsbuch, Tagebuch und ein wissenschaftliches Arbeitsjournal in einem. Dementsprechend dient dir dein Journal für verschiedene Zwecke:

  • Als Notizbuch für die Aufzeichnungen von Ideen, Fragen, Anmerkungen
  • Als Schreibjournal für alle Phasen der Textproduktion
  • Als Tagebuch für die persönliche Dokumentation des Studiums
  • Als wissenschaftliches Arbeitsjournal für Fragestellungen, Begriffserklärungen, Literaturangaben, Zitate, Exzerpte etc.

Dein Schreib- und Arbeitsjournal leistet dir gute Dienste, wenn du es regelmäßig nutzt und mit eigenen Gedanken, Ideen, Beobachtungen und Erlebnissen füllst. Diese stetig wachsende Fülle an Materialien braucht eine systematische Gliederung, damit du immer den Überblick behältst. Am besten eignet sich ein Schreibjournal mit Register oder einem Inhaltsverzeichnis, je nachdem ob du dein Journal am PC führst oder ein Notizbuch verwendest. Besonders praktisch ist ein Ringbuch mit Register, aber es gibt auch Collegeblöcke oder Notizbücher mit Unterteilung. Ein handschriftlich geführtes Notizbuch erweist sich oft als nützlicher und zweckdienlicher, da das Schreiben mit der Hand überall stattfinden kann und es die Kreativität beziehungsweise das Denken beim Schreiben fördert, so dass neue Impulse oder Zusammenhänge entstehen. Dein Schreibjournal erfüllt seinen Zweck optimal, wenn es dir gefällt, ein handliches Format hat und dich zum Schreiben anregt.

Das Schreiben trainieren und Schreibhemmungen überwinden

Ohne Stress gestaltet sich das Schreiben natürlich viel leichter. Diesen Effekt kannst du für dich nutzen, indem du in deinem Journal einen Bereich für das Tagebuch schreiben vorsiehst. Oder du legst dir ein separates Tagebuch zu. Regelmäßig ins Tagebuch zu schreiben baut Schreibhemmungen ab und hilft dir, feste Schreibgewohnheiten zu entwickeln. Aus deinen Aufzeichnungen kannst du auch wertvolle Erkenntnisse ziehen, wenn du deine Fortschritte, aber auch Hindernisse und Schwierigkeiten dokumentierst. So kannst du dein Lern- und Arbeitsverhalten reflektieren und Verbesserungen anstreben und Lösungsstrategien erarbeiten. Außerdem bietet dir das Tagebuchschreiben die Möglichkeit, über deine Gefühle zu schreiben und alles, was dich sonst noch bewegt. Denn manche Schreibblockade oder Schreibhemmung resultiert aus privaten Belastungen oder andere unerledigte Angelegenheiten, die geregelt werden wollen. Tagebuch schreiben wirkt hier oft entlastend und befreiend, wenn es effektiv genutzt wird. Das schriftliche Nachdenken kann dir verdeutlichen, was dich beschäftigt, welche Bedenken du hast oder woran es gerade hapert. Zudem hilft es dir dabei, Prioritäten zu setzen und dich auf das Wichtigste zu konzentrieren, indem du beispielsweise To-Do-Listen erstellst. Darüber hinaus fördert es deine Kreativität und setzt neue Gedankengänge oder Impulse frei.

Die wissenschaftliche Textproduktion trainieren

Dein Schreibjournal bildet eine gute Ausgangsbasis für die wissenschaftliche Textproduktion. Wissenschaftliches Schreiben braucht beständige Übung und verlangt nach Genauigkeit und Struktur. Diese Anforderungen lassen sich nicht auf Anhieb erfüllen. Vielmehr gliedert sich der Schreibprozess in Teilschritten – von der Zielsetzung bis zur Ausarbeitung und Überarbeitung. Gerade bei der Ideenfindung beziehungsweise Fragestellung helfen dir kreative Schreibmethoden. Bereits während des Studiums solltest du daher jede Gelegenheit nutzen, deine Notizen, Anmerkungen und Einfälle möglichst ausführlich und anschaulich zu formulieren. Auch beim Lesen von Texten, solltest du dir Notizen machen, Exzerpte erstellen und deine Meinung schriftlich formulieren. Die Bearbeitung von Texten oder einzelnen Textpassagen bietet dir die beste Möglichkeit, das Schreiben zu trainieren. Die Analyse von wissenschaftlichen Texten schärft deinen Blick für die wesentlichen Aspekte des wissenschaftlichen Schreibens und fördert dein Sprachgefühl. Regelmäßige Schreibeinheiten stärken deine Schreibfertigkeiten.

Unter meine Texte /Veröffentlichungen/Referenzen findest du weitere Schreibtipps für Studenten, zum Beispiel Tipps für das Schreiben einer Master Thesis, Schreibblockaden bei Studienabschlussarbeiten erkennen und überwinden, Im Zeichen des guten Stils – Korrekturlesen für den letzten Feinschliff und drei weitere Artikel.

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